Kaya
(07.07.2003 - 28.06.2012)






Kaya




Hallo,

ich heiße Kaya, wurde laut meinem Paß am 07.07.03 geboren, im September 2003 kam ich aus der städtischen Auffangstation in das Tierheim Manresa. Hier wartete ich mit vielen weiteren Samtpfoten auf ein schönes Zuhause.

Zu diesem Zeitpunkt zeigte sich meine Gesundheit nicht von ihrer besten Seite, eine heftige Erkältung quälte mich. Außerdem schmerzte aus irgend einem Grund ständig mein rechtes Auge. Soweit ich gehört habe, soll die Folge eines nicht rechtzeitig behandelten Katzenschnupfens hieran schuld sein. Auf der anderen Seite war es mir dadurch vergönnt, am 13.11.2003 mit nach Deutschland zu fliegen. Dort sollte ich mich bei einer Pflegefamilie erholen und mich auch auf mein künftiges Zuhause vorbereiten.


In Deutschland:
Die Reise im Flugzeug war ganz schön aufregend, nichts war mir vertraut. Meine Freude war daher riesig, als mich in ihrem Zuhause außer meiner Pflegefamilie neun Samtpfoten und - noch etwas "wuscheliges" auf vier Pfoten begrüßte. Dieses im Gegensatz zu einer Katze so andersartige Wesen nannten die Zweibeiner "Hund", der wiederum Mun heißt.

Meine Freude war allerdings nur von kurzer Dauer.



Bis ich gesund war, musste ich nämlich für längere Zeit alleine in einem Zimmer wohnen. Hier hatte ich zwar alles, was unsereins benötigt, aber manchmal war es doch ganz schön langweilig. In diesen Momenten wartete ich sehnsüchtig darauf, daß eines von den Zweibeinern zu mir kam. Zurückblickend muß ich gestehen, daß dieses eigentlich sehr oft war, aber so ein Tag kann ganz schön lang werden. Wenigstens konnte ich durch die Glasscheibe in der Tür die anderen Schmusenasen und Mun sehen. Später erfuhr ich, daß er, Cry, Sam, Gino und Dixie ebenfalls vorher im Tierheim Manresa gelebt- und ihr Zuhause hier gefunden haben.

Dann war er da, der Tag ab dem ich genau wie alle anderen im ganzen Haus herum tollen konnte. Ich wurde wie am ersten Tag von allen sehr freundlich aufgenommen - vor allem von Mun. Er hatte es sich zur Aufgabe gemacht, sich ständig um mich zu kümmern- und schien gar nicht zu bemerken, daß ich kein Hund bin! Bald waren wir dicke Freunde, schliefen zusammen auf der Couch. Natürlich spielte ich auch mit meinen Artgenossen, vor allem mit Sam und Dixie, die noch nicht ganz so alt waren:-). Gino und sogar Cry- er war zu diesem Zeitpunkt immerhin schon über sieben Jahre alt - und ich erst vier Monate jung, spielten manchmal mit uns. Es war eine schöne Zeit!



Nicht so toll war, daß ich zweimal täglich Salbe in das kranke Auge bekam, vorher wurde es auch noch ausgewaschen - das schmerzte! Ich weinte jedes mal bitterlich, bekam aber nur zu hören, daß das sein muß. Die Dosi hatte gut reden! Irgend etwas sollte mit dem Auge geschehen, wenn ich ca.ein Jahr alt- und ausgewachsen sein werde. Hierüber wollte ich mir jedoch keine Gedanken machen. Einige Wochen vergingen, Mun war mir mehr und mehr zugetan - und ich genoß seine Zuneigung, obwohl - manchmal war es mir schon zuviel! Schließlich wollte ich hin und wieder mal meine Ruhe haben, einfach am Fenster sitzen und nach Katzenart sinnieren. Für Mun war es jedoch kein Problem, mir hierhin zu folgen. In diesen Augenblicken nutzte ich einen der bis an die Zimmerdecke reichenden Kratzbäume und machte es mir in der obersten Kuschelschüssel- Dosi nennt sie "Krähennest"- bequem. Trotzdem, Mun und ich waren Freunde und er kümmerte sich rührend um mein krankes Auge. Ihm war nicht entgangen, daß hiermit etwas nicht stimmte und putze es täglich. Das war viel angenehmer, als sonst.

Mitte Dezember 2003 bekamen wir Besuch von einem mir unbekannten Zweibein, daß sich ausgiebig mit mir beschäftigte - und mich "Prinzeßchen" nannte. Ich konnte sie sogleich gut leiden. Mun schenkte sie einen Teddybär, er benahm sich vor Freude ganz schön albern;-)

Zu diesem Zeitpunkt wußte ich noch nicht, daß es sich bei diesem netten Zweibein um mein künftiges Frauchen handelt, hörte nur wie vereinbart wurde, daß ich nach meiner Kastration -was immer das auch zu bedeuten hatte- in mein neues Zuhause einziehen sollte. Meine Pflege-Dosi wurde hierbei merkwürdig ruhig und wirkte sehr traurig. Auf der anderen Seite war sie sehr froh, für mich ein so schönes Zuhause gefunden zu haben. Zwei Kater und eine Kätzin wohnten schon dort.




Weihnachten und Silvester folgten - dann, am 05.01.2004 war alles anders als sonst. Wie immer morgens warteten wir gespannt auf unser Frühstück, das dieses mal aber auf sich warten ließ -genau gesagt, ich bekam keins!!! Statt dessen packte mich die Dosi in eine weich gepolsterte Transportbox und wir fuhren mit dem Auto weg. Ich bekam fürchterliche Angst und weinte, bis wir anhielten. Vor Erstaunen war ich gleich still! In diesem Haus wohnt doch der Tierarzt! Was sollte ich hier, ich war doch garnicht krank!!! Mit den Worten "ach ja, die Kleine kommt zur Kastration" (????) wurde ich von der Tierarzthelferin übernommen. Ansonsten kann ich mich nicht mehr an sehr viel erinnern, nur noch daran, daß ich einen Piekser gespürt habe und bald darauf eingeschlafen bin. Am Nachmittag wurde ich wieder abgeholt. Ich war noch ziemlich durcheinander, irgend etwas stimmte nicht! Warum hatte ich auf meinem Bauch -der auch noch schmerzte- statt meinem Fell ein großes Pflaster? Über diese Frage bin ich wieder eingeschlafen und wachte auf, als wir Zuhause waren. Wahr ich froh, wieder hier zu sein! In meiner Freude "enterte" ich übermütig gleich den höchsten Kratzbaum.

Ich fühlte mich vollkommen fit und konnte nicht verstehen, warum die Zweibeiner mich so besorgt beobachteten. In den darauffolgenden zwei Tagen habe ich dann aber doch mehr als sonst geschlafen, das kam wohl von dieser komischen Kastration.

Meine Pflegeeltern waren nach ein paar Tagen der Ansicht, daß ich mich sehr schnell erholt hätte und einer endgültigen Vermittlung nichts mehr im Wege stünde. Hiermit wußte ich wieder nichts anzufangen. Acht Tage nach meinem Besuch beim Tierarzt brachten mich die Pflege-Dosis in das neue Zuhause. In der Wohnung war mir alles fremd, auch die dort wohnenden Katzen. Ich kam mir auf einmal völlig verlassen vor. Aber da war doch jemand, den ich schon mal gesehen hatte, es war Anja, das Zweibein, das uns vor Weihnachten besucht hatte. Nun war ich völlig ratlos.

Anja war also mein künftiges Frauchen, sie schien mich sehr zu mögen. Leider konnte ich das nicht von allen Mitbewohnern sagen. Einer der Kater mochte mich offensichtlich von Anfang an nicht leiden. Ständig mußte ich mich gegen seine Angriffe wehren. Die Pflege-Dosis waren sehr besorgt -und Mun der Verräter zog es vor, die fremden Samtpfoten mit seinem Charme zu beglücken. Es war von Eingewöhnungszeit die Rede - und das man Geduld haben müsse, und, und, und....

Nach ca. vierzehn Tagen war mein neues Frauchen leider gezwungen, meine vorherige Dosi darüber zu informieren, daß Puma- so heißt der agressive Kater- mich nach wie vor nicht akzeptiert und das es hierdurch viel Stress gäbe. Hierüber wurde Frodo, der andere Kater, ein lieber und sanfter Kerl, krank. Von all' dem Streß verlor er mehr und mehr sein Fell und wollte nicht mehr fressen. Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn ich für immer dort geblieben wäre. Nur Lisa und natürlich das neue Frauchen mochten mich. Ich wollte mich ja vertragen, aber Puma gab mir hierzu keine Chance, da mußte ich mich doch wehren! So hatte das alles keinen Sinn mehr. Also zog ich wieder bei meiner Pflegefamilie ein.

Das war der zweitschönste Tag in meinem Leben. Hier war ich allen willkommen.



Mun war außer sich vor Freude, er hätte mich am liebsten erdrückt. Meine Pflege-Dosi bemühte sich noch kurze Zeit um ein schönes Zuhause für mich. Aber, offensichtlich war das nicht so einfach. Mir war das eigentlich recht, hier hatte ich meine Freundin, und Freunde, zwei Dosis die mich ganz doll mochten. Warum sollte ich noch mal umziehen?

Zum Glück haben meine Pflegeeltern das auch so empfunden und mich offiziell adoptiert. War ich glücklich! Endlich wußte ich, wo ich Zuhause war!

Inzwischen haben wir ein weiteres Familienmitglied bekommen, und zwar den Jop aus dem Tierheim Manresa. Mit ihm verstehe ich mich ebenfalls super, doch - Jop hat eine eigene Geschichte und ich möchte nicht vorgreifen.

Gegenwart
Meine Geschichte habe ich heute, am 12.05.2004 aufgeschrieben. Nun wartet wieder ein großer Tag auf mich, denn am 19.05.2004 werde ich an meinem kranken Auge operiert.

Bitte, drückt ganz fest Eure Daumen, damit alles gut geht!

Nachtrag
Kaya wurde termingemäß operiert - bzw. der Restkörper des re. Auges entfernt. Sie hat alles gut überstanden und fühlt sich nun wesentlich wohler! Hoffentlich ist damit der Leidensweg der süßen Samtschnute zu Ende. Sie hätte es verdient!
Danke an alle, die ihr für diesen Eingriff die Daumen gedrückt haben :-))) !

Kaya














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zuletzt aktualisiert am 26.08.2012