Cry & Sam
(geboren-Sam Februar 2001

Cry-01.07.1996 - 02.05.2012)











Es war im Herbst 2000; im Tierheim Manresa wurde gemunkelt, daß ich - Cry - eine Patin bekommen hätte. Später erfuhr ich, daß mit Beginn der Patenschaft auch ein "stilles Versprechen" für mein künftiges Zuhause abgegeben wurde.

Zu dieser Zeit lebten meine neuen Menschen bereits mit 7 Samtpfoten zusammen.

Im Frühjahr 2001 sollte es sein, daß dort ein Plätzchen frei wurde. Nachdem sich "meine Patin" bereits über die Jahreswende bezüglich meiner Wünsche für ein Zusammenleben mit anderen Samtpfoten erkundigt hatte, informierte sie Frau Heidi Straub über die Möglichkeit mir nun endlich ein Zuhause geben zu können.

Es folgten aufregende Tage; für die Ausreise gab es noch viel zu tun. Dann, am 4.6.2001 - Pfingstmontag - war es soweit - meine Abreise nach Deutschland stand bevor. Aber statt mit dem Flugzeug fand diese mit dem Auto und mit einigen anderen Kumpels aus dem Tierheim statt. Ich war schrecklich aufgeregt! Am 5.6.2001 erreichten wir nach langer Fahrt unsere Zwischenstation in Geldern. Hier sollte ich abgeholt werden. Den 6.6.2001 werde ich wohl nie vergessen. An diesem Tag lernte ich meine künftigen Zweibeiner und mein neues Zuhause kennen. Aber da gab es noch eine Überraschung - ich wurde nicht alleine abgeholt. Auch Max - er heißt seit diesem Tag Sam - fuhr mit.
Wir waren ganz still, registrierten nur, daß unsere Zweibeiner sich ungewohnt verhielten. Dieses Verhalten nennen sie Freude.

Nach einer guten Stunde Fahrzeit waren wir da!

Es war ein großes Haus, in dem wir sicher viel Platz haben werden. Neugierig sah' ich mich um, schnupperte intensiv........, wurde nervös:

Sam und ich waren als Vierbeiner nicht alleine- nach und nach kamen sie alle: sechs Vertreter unserer Art in allen Altersstufen, fünf Kater und ein Mädchen.

Wir standen dem "Clan des Hauses" gegenüber!

Zunächst war also Zurückhaltung geboten. Schließlich hatte ich - bis auf einen kleinen Teil- mein bisheriges Leben im Tierheim verbracht - und ausreichend Erfahrungen gesammelt! Sam kannte mit seinen vier Monaten so gut wie keine Vorurteile und hatte es leichter. Die angestammten Artgenossen gewährten ihm so etwas wie Narrenfreiheit. Ich quartierte mich daher zunächst in einen separaten Teil des Hauses ein. So konnte ich mich nach und nach an die neue Umgebung gewöhnen - bzw. jedes Zimmer wann immer ich wollte inspizieren.

Aber ich war fast nie alleine. Tagsüber besuchten mich die anderen Samtpfoten, abends bekam ich unzähligen Streicheleinheiten von den Zweibeinern. Diese konnten nicht verstehen, daß ich solange in einem Tierheim leben mußte. Gleicht mein Äußeres doch einem geschmeidigen Panther. Dieser Eindruck entsteht durch mein tiefschwarzes, glänzendes Fell und durch meine auffällig geschmeidigen Bewegungen. Ich lege sehr viel Wert darauf, charmant und diplomatisch aufzutreten. Mit zärtlichem Schmusen kann man ja schließlich viel erreichen. Sam sah ich in dieser Zeit selten. Er war zu sehr mit den anderen Fellkindern beschäftigt - und damit, fremde Gegenstände wie z.B. einen Fernseher kennen zu lernen. Von mir lernte er, wie man ein Kater-Kämpfchen freundschaftlich austrägt. Er kann hiervon nie genug bekommen.

Frauchen beschloß nach einigen Wochen, etwas für mein Selbstbewußtsein zu tun. Wir erhielten alle, eine auf jeden abgestimmte Bachblüten-Therapie, die auch geholfen hat. So nehme ich schon lange meine Mahlzeiten nicht mehr alleine ein. Zur Fütterungszeit geselle ich mich zu den anderen, dränge genau wie sie darauf, nun endlich mein Fressen zu bekommen. Daß dies' bei acht Tellerchen etwas länger dauert, kann ich eigentlich nicht einsehen. Frauchen zu Ehren begleite ich ihre Bemühungen mit einem lange anhaltendem Ton. Sie bezeichnet diese Unterhaltung als "Indiandergeheul" - was mir wiederum überhaupt nichts sagt. Da sie dabei aber sehr freundlich aussieht, frage ich nicht weiter nach. Aber ich werde den Verdacht nicht los, daß meine Sangeskünste "irgendwie" im Zusammenhang mit meinem Namen stehen.

Mein größter Erfolg jedoch ist, daß ich mir inzwischen zu jeder Zeit ein Schlafplätzchen unter den anderen Samtpfoten suche - oder nachts - wie die anderen- bei den Zweibeinern schlafe. Unterstütz werde ich von Speedy, einem großen und mehr als kräftigen Snowshoe-Mix. Speddy , Sam und ich sind bereits "dicke"Freunde. Sonst gibt es kaum Schwierigkeiten.

Alles in allem: Sam und ich haben uns gut eingelebt. Eine Bachblüten-Therapie werde ich allerdings noch einige Zeit bekommen. Ich gestehe, daß ich eifersüchtig bin, möchte das, was ich inzwischen kennen und schätzen lernte, für mich alleine haben! Frauchen hilft mir in solchen Situationen, in denen sie mir liebevoll erklärt, warum das "so" nicht geht. Ich nehme mir das auch jedes Mahl sehr zu Herzen - begreife, daß ich auf nichts verzichten muß.

Von Sam wird gesagt, daß er sich zu einem "knuffeligen" Jungkater entwickelt hat. Obwohl erst neun Monate jung , ist er doch sehr ausgeglichen. Manchmal kann er sehr beharrlich sein, aber sind wir doch mal ehrlich: wer ist schon vollkommen?

Eines weiß ich mit Sicherheit, wir werden alle sehr geliebt: Tim der Senior, Micki, Tommy- das "Dreibeinchen", Speedy, Moritz- dieser ist blind, Feli und natürlich wir beide, Cry und Sam.

Ich war natürlich neugierig zu erfahren, warum sich in unserer Truppe nur ein Mädchen befindet. Eine Antwort bekam ich bald: sie schätzt sich so hoch ein, daß sie keine weiteren weiblichen, sondern höchsten männliche Pfoten in einem Abstand von zweit Metern neben sich duldet. Wird dieses Gesetz mißachtet, zerreißt ihr Protest einem das Trommelfell. Sie bestimmt, wann ihr näherer Fellkontakt angenehm ist - und sucht sich dieses Fell auch aus. Es ist klug, sich danach zu richten!

Bald steht uns wieder eine Jahreswende bevor. Diese verspricht Sam und mir, daß wir spätestens im Frühjahr 2002 den zum Haus gehörenden Garten kennen lernen werden. Bisher haben wir als "Luftkurort" einen kleinen, begrünten Hof genutzt. Ich habe schon oft an der Tür zum Garten gestanden, Sam natürlich auch. Aber die Zweibeiner sind der Meinung, es wäre noch zu früh und haben uns auf den oben genannten Zeitpunkt vertröstet. Natürlich sind wir schon sehr neugierig!

Bevor ich zum Schluß komme, möchte ich - auch im Namen von Sam recht viele und liebe Grüße an alle Zwei- und Vierbeiner im Tierheim Manresa schicken. Wir wünschen allen Vierbeinern dort, daß auch sie recht bald ein gutes Zuhause auf Dauer bekommen.

Allen Dank den ein Kater nur empfinden kann, an alle, die es uns letztendlich ermöglicht haben, ein Zuhause zu finden!!!!





Happy-Miau's
Cry und Sam



Vierzehn Monate später:

Cry und Sam haben sich toll eingelebt. Sam hatte kein Problem damit, seine ersten vier Lebensmonate ohne Dosenöffner zu vergessen. Vermutlich hatte er vorher keine negativ prägenden Erfahrungen erlebt - und so konnte er die Zeit der Lernphase ungestört durchleben. Er wurde hierbei von Cry - des öfteren im wahrsten Sinne des Wortes- tatkräftig, aber gutmütig unterstützt. So lernte Sam nach und nach seine Grenzen kennen. Seit ca. zwei Monaten arten die Katerkämpf'chen zwischen den beiden manchmal in Streit aus. Cry sieht Sam inzwischen wohl als einen erwachsenen Kater an, der nicht mehr der Schonung bedarf. Obwohl sich hierdurch an der grundsätzlichen Freundschaft nichts geändert hat, sucht Sam - inzwischen eineinhalb Jahre alt - mehr und mehr unsere Nähe - vor allem, wenn es um die Fellpflege - bzw. um Streicheleinheiten geht.



Bei unseren ersten beiden Katzen, die wir vor 17 Jahren aus einem Tierheim geholt haben, war es genauso. So richtig interessant wurden Gerd und ich nach dem ersten Lebensjahr für die beiden. Bis dahin reichten viele Streicheleinheiten "zwischendurch" und ein gelegentliches Nickerchen auf dem Schoß der Ernährer aus.

Seinen Wunsch nach Streicheleinheiten kündigt Sam zunächst mit einem lang anhaltenden Ton an. Man erwartet unwillkürlich, gleich ein Lied zu hören. Hierbei biegt er die Vorderpfote auffällig langsam mit der Ballenseite in Richtung Bauch und hebt das jeweilige Beinchen dabei ungefähr bis in Kinnhöhe an. Hiermit nicht genug, dreht er sich bei dieser Darbietung auch noch langsam um die eigene Achse. Er könnte glatt neben einem dressierten Lipizzaner bestehen. Führen seine Künste nicht gleich zum Erfolg, krallt er eine seiner Vorderpfoten in den Stoff meiner Jeans, o.ä., und "wedelt" ihn so lange hin und her, bis man endlich genervt nachgibt und eine Arbeitspause einlegt.

Bei häuslichen Aktivitäten, z.B. Putzen oder beim Einpacken von Geschenken, zeigt Sam eine bewundernswerte Ausdauer und auch Beobachtungsgabe. Ich habe mir schon überlegt, ihm diese Aufgabe künftig zu überlassen. Seine Vorstellung und Geschicklichkeit mit der er die Enden von einem Schmuckband unter das angezogenen, bereits verknotete Band drapiert, ist verblüffend.

Sam


Kleine Kugeln aus Alufolie werden - nach dem sie ausgespielt haben - ausgiebig im Wassernapf getunkt, anschließend getrocknet,wieder getunkt und an sicherer Stelle deponiert. Blüten von Seidenblumen, Reste von Schmuckbändern, Zeitungspapier - das zuvor sorgfältig in kleine Streifen zerrissen wurde - finden hierfür ebenfalls sein Gefallen. Besondere Freude kommt auf, wenn es Sam nach heftigen Kampf gelungen ist, einem Bademantel den Bindegürtel zu entreißen - um diesen liebevoll ins Trinkwasser einzutauchen, hin und her zu bewegen und schließlich an einer geheimen Stelle zum Trocknen abzulegen. Spielmäuse sind hierfür ebenfalls bestens geeignet, da sie besonders viel Wasser aufnehmen. Das Wort "Langeweile" kennt der kleine Kerl mit Sicherheit nicht.

Nachdem Cry sich ebenfalls der häuslichen Gemeinschaft angeschlossen hatte, haben er und Sam viel zusammen gespielt. Bei Cry war von Anfang an klar, dass er Streicheleinheiten und Schmusen sehr liebte. Diese Zuwendungen waren anfangs jedoch nur möglich, wenn Cry sich in der Sicherheit einer Katzenhöhle befand. Doch, davon ist heute keine Rede mehr, Cry steht zum Schmusen an, wann immer es hierzu eine Gelegenheit gibt. So geht jeder von den beiden mehr den eigenen Interessen nach. Neuentdeckungen werden aber grundsätzlich gemeinsam erforscht.














Diese Seite ist allein Bestandteil der Homepage "Willkommen auf der Katzeninsel" © Ilse Seher-Lenders
zuletzt aktualisiert am 24.05.2012